Wolfgang Menge
Wolfgang Menge, bekannt als Spezialist für anspruchsvolle, kritische und auch provozierende Fernsehunterhaltung, wurde 1924 in Berlin geboren. Zum Drehbuchschreiben kam er über den Journalismus. Nach einem Volontariat arbeitete er in London, Hamburg und ab Mitte der 50er Jahre als Korrespondent für Die Welt in Tokio und Hongkong.
Bereits in dieser Zeit entstanden erste Arbeiten für Rundfunk und Fernsehen. Seine besondere Begabung, politische Zeitprobleme auf dem Weg spannender Unterhaltung bewusst zu machen, zeigte er u. a. mit dem Fernsehspiel Die Dubrow-Krise, aber auch vorausschauend mit der beklemmenden Fernsehparodie auf die menschenverachtende Sensationsgier der Medien und ihrer Konsumenten in Das Millionenspiel.
Mit seiner Polit-Satire Ein Herz und eine Seele erregte Wolfgang Menge Anfang der 70er Jahre das bisher wohl größte Aufsehen. Die gesellschaftlichen Vorurteile und Stammtischparolen des Spießbürgers Alfred Tetzlaff fanden sehr unterschiedliche Resonanz. Die Wiederholung der Kult-Serie von damals lockt nach 30 Jahren immer noch ein Millionenpublikum vor den Fernsehschirm.
Autor Wolfgang Menge schrieb die Episoden nach der englischen Fernseh-Serie Till Death Us Do Part, die von 1964 bis 1974 von Johnny Speight gemacht wurde - einige Originalfolgen liefen 1969 im WDR 3.
Später versuchte Wolfgang Menge vergebens an den Erfolg der Serie anzuknüpfen: 1993 schuf er mit Motzki das Westberliner Gegenstück zu Ekel Alfred, das nun zeitgemäß auf Ossis und erfolgte Wiedervereinigung schimpft. In Mit einem Bein im Grab mosert sich 1996 wieder Heinz Schubert, diesmal als unzufriedener Rentner, durch 13 Folgen.
1998 ließ Wolfgang Menge dann die nähere Verwandtschaft der Tetzlaffs, Neffe Arnold Tetzlaff und seine geschiedene Ehefrau Edith, in der 12-teiligen Comedy-Serie Das Lied zum Sonntag zu Wort (und Gesang) kommen. Die jeweils 15-minütigen Episoden bestehen hauptsächlich aus Kneipengesprächen während einer Chorproben-Pause und wurden wie Ein Herz und eine Seele vor Live-Publikum aufgezeichnet.